Als gemeinsame Veranstaltung mit dem Bildungswerk Raesfeld:

01.09.2005 | Ahaus | Frauen Union Raesfeld

Besuch des Brennelement-Zwischenlagers in Ahaus

Weitgehend störungsfrei erreichten im Mai dieses Jahres die ersten Castor-Transporte aus Dresden-Rossendorf das Brennelement-Zwischenlager in Ahaus. Kein Vergleich zu dem letzten Castor-Transport, der im März 1998 von großen Demonstrationen begleitet wurde und für erhebliche Behinderungen auf münsterländischen Straßen sorgte.
Dies nahm die Frauen Union Raesfeld als Anstoß, sich bei einem Besuch des Ahauser Zwischenlagers vor Ort über die Themen Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Stoffe zu informieren.

Michael Ziegler, Pressesprecher der Betreibergesellschaft GNS; stellte den Besuchern das Unternehmen vor und erläuterte im Rahmen einer Präsentation die technischen Zusammenhänge und die Arbeit in einem Zwischenlager. Die Zwischenlagerhalle ist als Stahlbetonhalle, 196 m lang, 38 m breit und 20 m hoch in den Jahren 1984 bis 1990 errichtet worden. Ein hoher Sicherungszaun umschließt das Gelände. 23 hauseigene Mitarbeiter und 30 Voll- und Teilzeitbeschäftigte von Vertragsunternehmen sorgen zurzeit in Ahaus für den reibungslosen Ablauf und größtmögliche Sicherheit.

Im Zwischenlager werden ausgediente Brennelemente aus deutschen Kernkraftwerken oder Forschungsreaktoren in speziell dafür entwickelten Sicherheitsbehältern, den Castor-Behältern, gelagert. Eindrucksvoll demonstrierte ein Film über Behältertests im In- und Ausland die Sicherheit der CASTOR-Behälter aus dickwandigem Späroguss. Ob z. B. bei einem Crashtest mit 135 km/h Aufprall auf eine Betonwand oder einem Brandtest durch eine Gasexplosion in einem Kesselwagen neben dem CASTOR, die Behälter blieben dicht.

Im Rahmen der Genehmigungsverfahren wurden alle möglichen Störfälle untersucht. Weder durch Erdbebeneinwirkung, Hochwasser, Blitzschlag oder Brand sind danach radiologische Auswirkungen zu erwarten. Selbst bei Flugzeugabsturz mit Kerosinbrand würden die für Auslegungsstörfälle gültigen Dosisgrenzwerte nicht überschritten.

Ausführlich beantwortete Michael Ziegler die vielen Fragen der Raesfelder. Da in den vergangenen Jahren an allen deutschen Atomkraftwerken Zwischenlager entstanden sind, stellten die Besucher auch die Frage nach dem zukünftigen Stellenwert des Ahauser Zwischenlagers. 2008 erwarte man in Ahaus die Genehmigung zur Einlagerung von schwachradioaktivem Material aus der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague, so Michael Ziegler.

Eine rege Erörterung allgemeiner Fragen der Kernenergie, der CO2 Problematik und des zukünftig erforderlichen Energiemixes folgte.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Multivisions-Dia-Show zum Standort Ahaus und dem Westmünsterland im "Erlebnis-Raum".